Kognition, Szientographie, Internet-o-metrie

Autor: Gerhard Rahmstorf

 

Wir leben in der Wissensgesellschaft. Das aktuelle Thema in der Wirtschaft ist das Wissensmanagement. Die Politiker wollen ein g√ľnstiges Klima f√ľr Bildung, Wissenskommunikation und Innovationen schaffen. Sind das alles nur Schlagworte? Befinden wir uns gerade auf dem H√∂hepunkt einer kurzfristigen Mode, die von den Fachjournalisten in den Medien gepflegt wird, oder vollzieht sich mit dem Wissen, das seit Jahrhunderten gewonnen, gesammelt und vermehrt wird, gerade jetzt etwas ganz Neues?

Das Gro√üartige an dem Thema Wissen ist nicht das Internet und die rasante Entwicklung der Telekommunikation und Computertechnik. Was mich erstaunt, ist, da√ü wir trotz aller Fortschritte in der kognitiven Psychologie und den Neurowissenschaften nicht verstehen, was unser subjektives Wissen eigentlich ist und wie es in unserem Ged√§chtnis codiert ist. Damit h√§ngt auch zusammen, da√ü wir kein Modell von dem objektivierten sprachinvarianten Wissen haben, von dem die einzelnen Texte in dieser oder jener Sprache jeweils nur Ausschnitte oder Bruchst√ľcke vermitteln.

Wissenstheorie m√ľ√üte beschreiben k√∂nnen, was Wissen ist. Dazu m√ľ√üte man sagen k√∂nnen, woraus sich das Gesamtwissen zusammensetzt und in welcher Weise bestehendes Wissen durch neues Wissen erweitert wird. Logiker setzten mit dem Begriff oder mit dem Urteil eine Basiseinheit des Wissens an den Anfang. Linguisten versuchen, von der Grammatik der Einzelsprachen ausgehend, aus S√§tzen so etwas wie sprachinvariante Propositionen zu abstrahieren und als Wissenseinheiten zu postulieren. Von der Psychologie kommend, ist man geneigt, die durch Wahrnehmung unterscheidbaren Gegenst√§nde und die mit diesen Gegenstandsrepr√§sentationen verbundenen Kategorisierungen, als Grundeinheiten des Wissens zu betrachten. Denken, Sprache, Wahrnehmung und m√∂glicherweise weitere Geistest√§tigkeiten m√ľ√üten daher in einer Wissenstheorie ber√ľcksichtigt werden.

Eine solche Beschreibung der allgemeinen Eigenschaften von Wissen beliebiger Art, kurz Szientographie genannt, ist nicht dasselbe wie Wissenschaftstheorie. Wissenschaftstheorie befaßt sich mit der Erkenntnis von Tatsachen, mit den Methoden der Erkennens und Schließens, dem Aufbau von Theorien, den Methoden, die Wahrheit sicherstellen, und mit situativen und gesellschaftlichen Faktoren, die die Prozesse von Forschung und Wissenschaft bestimmen. Was Wissen ist, wird dabei nicht explizit gefragt. Der ganze Ansatz der Wissenschaftstheorie ist durch die formale Logik geprägt und damit auf einen Aspekt eingeengt.

Wissen wird nur in bestimmten Gebieten und nur im fortgeschrittenen Stadium in Gestalt von formalisierten und quantifizierten Theorien dargestellt. Zum Wissen geh√∂rt auch das Nichtformalisierbare, das, was nur vage fa√übar ist und das, was wir gar nicht zum Thema von Wissenschaft machen. Wir k√∂nnen Wissen bisher nicht quantifizieren. Texte lassen sich messen, sind aber nicht mit Wissen gleichsetzbar. Voraussetzung f√ľr die Quantifizierung von Wissen ist die Beschreibbarkeit von Wissen und damit die Identifizierung von Wissenseinheiten bzw. Ma√üeinheiten f√ľr Wissen.

Praxis kommt ohne Theorie nicht aus. Die Theorie der Szientographie sollte helfen, zu anwendbaren Ergebnissen zu kommen. Heute ist Innovationsf√∂rderung gefragt. Daher sollte ein Ergebnis darin bestehen, da√ü wir die Grenze zwischen unseren Erkenntnissen und unserem Nichtwissen viel expliziter als bisher angeben k√∂nnen. Nur wer die L√ľcken des Wissens kennt, kann gezielt an Erkenntnisgewinn arbeiten. Forschungsgrenzen m√ľssen abfragbar gemacht werden k√∂nnen. Das aber hei√üt, da√ü nicht nur die Einzelheiten des Wissens an der vordersten Front der Forschung in den verschiedenen Fachgebieten vertextet, in der jeweiligen Sprache formuliert und dokumentiert werden, sondern auch, da√ü die Leerstellen vor der Wissensgrenze auffindbar gemacht werden m√ľssen.

Zu einem positiven Klima f√ľr Innovationen geh√∂rt nat√ľrlich auch eine fundierte Sachkenntnis der jeweiligen Materie, zu der Entdeckungen und Erfindungen beigesteuert werden sollen. Diese Sachkenntnis ist eine Bildung in einem Spezialgebiet. Sie besteht nicht nur im Kennen von einzelnen Sachverhalten, sondern im Verstehen von Zusammenh√§ngen, Abh√§ngigkeiten und anderen Beziehungen zwischen den Gegenst√§nden des Fachgebietes. Wissensorganisation f√ľr Forscher und Entwicklungsabteilungen mu√ü daher das Orientierungswissen der Spezialisten unterst√ľtzen. Retrievalsysteme sollten Rechercheergebnisse nicht nur in Listenform ausspucken, sondern gefundene Information und gefundene Wissensl√ľcken in einer systematischen Ordnung pr√§sentieren. Etwas, was schon oft totgesagt wurde, die systematische Klassifikation der Bibliothekare sowie die Thesauren und andere inhaltliche Orientierungsmittel, kommen in methodisch weiterentwickelter Form wieder zu neuem Leben.

Telekommunikation, Datenbanken, Webtechnologie und Computer sind heute Voraussetzungen des wissenschaftlichen und technischen Arbeitens. Entscheidend ist aber jetzt, daß diese Techniken durch Methoden und Programme der Wissensorganisation so ergänzt werden, daß die Effizienz des Arbeitens und damit auch die Kreativität der Wissensgesellschaft weiter vorangebracht wird.

Damit kommen wir zur Modestr√∂mung des Wissensmanagements zur√ľck. Auff√§llig ist, da√ü dieses Thema entweder aus der Sicht der Betriebsorgansisatoren oder aus der Sicht der Softwarespezialisten bzw. der Wirtschaftsinformatiker behandelt wird. Mit dem Thema lassen sich hochkar√§tige Seminare f√ľr Manager f√ľllen. Eine Fachgesellschaft, die genau das Wissensthema zu ihrer Sache macht oder doch machen sollte, ist die ISKO. Eigentlich m√ľ√üten wir sehr gefragt sein. Vielleicht arbeiten wir zu bescheiden im Hintergrund. Versuchen wir also die Br√ľcke zu schlagen von der Szientographie √ľber die praktische Wissensorganisation zur Mitentwicklung von Produkten und zur Beratung der Wirtschaft. Ich m√∂chte Sie daher, angeregt und unterst√ľtzt durch den Vorstand der ISKO, insbesondere durch Herrn P. Ohly, bitten, zur 6. Tagung der Deutschen Sektion der ISKO vom 23.-25.9.1999 in Hamburg, Thema “Globalisierung und Wissensorganisation”, zu kommen. Abstracts f√ľr Beitr√§ge zu unserem Thema hier oder zu anderen Themen unserer Tagung werden bis zum 30.4.99 erwartet. Weitere Hinweise finden sich im vorl√§ufigen Programm.

Fassung vom 08.03.1999

Prof. Dr. Gerhard Rahmstorf
Oberer Rainweg 57
D-69118 Heidelberg
Tel. 06221-808129
Fax 06221-802682
rahmstorf@regio-info.de

Kommentar von Peter Jaenecke

Rahmstorf:¬†Wir leben in der Wissensgesellschaft. Das aktuelle Thema in der Wirtschaft ist das Wissens-management. Die Politiker wollen ein g√ľnstiges Klima f√ľr Bildung, Wissenskommunikation und Innovationen schaffen. Sind das alles nur Schlagworte? Befinden wir uns gerade auf dem H√∂hepunkt einer kurzfristigen Mode, die von den Fachjournalisten in den Medien gepflegt wird, oder vollzieht sich mit dem Wissen, das seit Jahrhunderten gewonnen, gesammelt und vermehrt wird, gerade jetzt etwas ganz Neues? Das Gro√üartige an dem Thema Wissen ist nicht das Internet und die rasante Entwicklung der Telekommunikation und Computertechnik. Was mich erstaunt, ist, da√ü wir trotz aller Fort-schritte in der kognitiven Psychologie und den Neurowissenschaften nicht verstehen, was unser subjektives Wissen eigentlich ist und wie es in unserem Ged√§chtnis codiert ist.

Jaenecke: Das ist seit langem bekannt, es wird nur nicht zur Kenntnis genommen: s. z.B. BADDELEY, Die Psychologie des Gedächtnisses, Klett-Cotta, Stuttgart 1979, sowie die dort angebene Literatur.

Rahmstorf:¬†Damit h√§ngt auch zusammen, da√ü wir kein Modell von dem objektivierten sprachinvarianten Wissen haben, von dem die einzelnen Texte in dieser oder jener Sprache jeweils nur Ausschnitte oder Bruchst√ľcke vermitteln.

Jaenecke:¬†Wenn es richtig ist, da√ü die Form vom Inhalt abh√§ngt, also nicht jeder Inhalt durch jede Sprache ad√§quat ausgedr√ľckt werden kann, dann ist ‘sprachinvariantes Wissen’ ein ziemlich problematischer Begriff, jedenfalls kann er sich nur auf spezielles Wissen beziehen, bei dem das Darstellungsmedium eine untergeordnete Bedeutung hat.

Rahmstorf:¬†Wissenstheorie m√ľ√üte beschreiben k√∂nnen, was Wissen ist.

Jaenecke: Das findet man schon bei LEIBNIZ: Vorstellungen/Begriffe, die in Beziehung zueinander gesetzt wurden; danach scheiden Begriffe und Relationen als Wissenseinheiten aus.

Rahmstorf:¬†Dazu m√ľ√üte man sagen k√∂nnen, woraus sich das Gesamtwissen zusammensetzt und in welcher Weise bestehendes Wissen durch neues Wissen erweitert wird.

Jaenecke: Gedanken hierzu findet man bereits bei LEIBNIZ in seinem Dialogus (1677). s. unten: Theorie.

Rahmstorf:¬†Logiker setzten mit dem Begriff oder mit dem Urteil eine Basiseinheit des Wissens an den Anfang. Linguisten versuchen, von der Grammatik der Einzelsprachen ausgehend, aus S√§tzen so etwas wie sprachinvariante Propositionen zu abstrahieren und als Wissenseinheiten zu postulieren. Von der Psychologie kommend, ist man geneigt, die durch Wahrnehmung unterscheidbaren Gegenst√§nde und die mit diesen Gegenstandsrepr√§sentationen verbundenen Kategorisierungen, als Grundeinheiten des Wissens zu betrachten. Denken, Sprache, Wahrnehmung und m√∂glicherweise weitere Geistest√§tigkeiten m√ľ√üten daher in einer Wissenstheorie ber√ľcksichtigt werden.

Jaenecke:¬†Die obigen Ansichten gehen auf unser logik-zentriertes, abendl√§ndisches Denken zur√ľck, wonach alles auf elementare Einheiten zur√ľckzuf√ľhren ist. Das, was man als Grundeinheit ansehen kann, ist jedoch untrennbar mit dem verbunden, was man als Ganzes ansieht. Was z.B. sind die Grundeinheiten eines Hauses? Sind es T√ľren, Fenster, oder Zimmer, oder gar Ziegelsteine? Ist es sinnvoll, alle diese Dinge zusammenzuwerfen, oder etwa zu behaupten, nur die Ziegelsteine sind die wahren Grundeinheiten eines Hauses?

Rahmstorf: Eine solche Beschreibung der allgemeinen Eigenschaften von Wissen beliebiger Art, kurz Szientographie genannt, ist nicht dasselbe wie Wissenschaftstheorie.

Jaenecke:¬†Die obigen Ansichten √ľber Wissen charakterisieren keinesfalls allgemeine Eigenschaften des Wissen; es sind vielmehr, wie selbst bemerkt, engbegrenzte einzelwissenschaftliche Sichtweisen; s. unten Theorie.

Rahmstorf: Wissenschaftstheorie befaßt sich mit der Erkenntnis von Tatsachen, mit den Methoden der Erkennens und Schlie-ßens, dem Aufbau von Theorien, den Methoden, die Wahrheit sicherstellen, und mit situativen und gesellschaftlichen Faktoren, die die Prozesse von Forschung und Wissenschaft bestimmen. Was Wissen ist, wird dabei nicht explizit gefragt.

Jaenecke:¬†Das h√§ngt von der jeweiligen Richtung ab. F√ľr einen “Logiker”, der Wissen als etwas betrachtet, das einen Wahrheitswert besitzt, ist solch eine Frage √ľberfl√ľssig. F√ľr andere Autoren, z.B. SEIFFERT, Einf√ľhrung in die Wissenschaftstheorie, Bde. 1-3, Beck, M√ľnchen 1991 (9./11. Auflage), ist die Sache viel zu komplex, als da√ü sie sich unter einen einzigen Begriff, n√§mlich ‘Wissen’, bringen lie√üe. Hier spielen dann eben auch die Ethik (Normen) oder hermeneutische Gesichtspunkte eine Rolle.

Rahmstorf: Der ganze Ansatz der Wissenschafts-theorie ist durch die formale Logik geprägt und damit auf einen Aspekt eingeengt.

Jaenecke: Das trifft allenfalls auf eine bestimmte Richtung zu, aber auch nur in einem eingeschränkten Maße. Gegenbeispiel: SEIFFERT, s.oben.

Rahmstorf: Wissen wird nur in bestimmten Gebieten und nur im fortgeschrittenen Stadium in Gestalt von formalisierten und quantifizierten Theorien dargestellt.

Jaenecke:¬†Das kann man so nicht sagen. Die Schwierigkeiten r√ľhren von der Auffassung her, es g√§be elementare Wissenseinheiten. Eine Theorie gilt als eine systematische Darstellung eines Sachgebietes; zwischen einzelnen Begriffen und einer Theorie besteht ein eben solcher Unterschied wie zwischen einem Haufen Baumaterialien und einem Geb√§ude. Nun kann man nat√ľrlich die Bauelemente ebenfalls als Wissenselemente ansehen, aber man darf dabei nicht unterschlagen, da√ü es “h√∂heres” Wissen gibt, das nicht in solchen Bauelementen selbst enthalten ist, sondern erst durch eine systematische Kombination der Bauteile zum Ausdruck gebracht werden kann; um im Bilde zu bleiben: es ist die Architektur. Ich halte daf√ľr, da√ü Bauelemente erst durch die Architektur ihre volle Bedeutung bekommen – ein Strebepfleiler ist zun√§chst blo√ü ein Pfeiler unter anderen; seine eigentliche Bedeutung erh√§lt er erst durch seine Stellung in einem gotischen Bauwerk. ‘Wissenseinheit’ ist daher f√ľr mich ein sehr problematischer Begriff.

Rahmstorf: Zum Wissen gehört auch das Nicht-formalisierbare, das, was nur vage faßbar ist und das, was wir gar nicht zum Thema von Wis-senschaft machen.

Jaenecke:¬†‘Nicht-formalisierbar’ sollte man nicht mit ‘vage’ gleichsetzen. Im √ľbrigen ist mit ‘Wissen’ immer die Vorstellung von ‘wahr’ verbunden, und zwar nicht nur im logischen Sinn, sondern auch im Sinne von ‘richtig’, ‘brauchbar’ usw. Dies f√ľhrt notwendig zu dem Problem, diese Eigenschaften auch nachweisen zu m√ľssen. Was der eine f√ľr vages Wissen h√§lt, ist f√ľr den anderen einfach nur Unsinn. Wie kommt man hier zu einer Entscheidung? Wo liegt die Grenze zur Esoterik und Kabbala?

Rahmstorf: Wir k√∂nnen Wissen bisher nicht quantifizieren. Texte lassen sich messen, sind aber nicht mit Wissen gleichsetzbar. Voraussetzung f√ľr die Quantifizierung von Wissen ist die Beschreibbarkeit von Wissen und damit die Identifizierung von Wissenseinheiten bzw. Ma√üeinheiten f√ľr Wissen.

Jaenecke:¬†Es gibt aber auch Auffassungen, die Wissen untrennbar mit menschlichem Handeln verbunden sehen; Ma√üeinheiten f√ľr Wissen scheinen damit nicht vereinbar zu sein.

Rahmstorf:¬†Praxis kommt ohne Theorie nicht aus. Die Theorie der Szientographie sollte helfen, zu an-wendbaren Ergebnissen zu kommen. Heute ist Innovationsf√∂rderung gefragt. Daher sollte ein Ergebnis darin bestehen, da√ü wir die Grenze zwischen unseren Erkenntnissen und unserem Nichtwissen viel expliziter als bisher angeben k√∂nnen. Nur wer die L√ľcken des Wissens kennt, kann gezielt an Erkenntnisgewinn arbeiten. Forschungsgrenzen m√ľssen abfragbar ge-macht werden k√∂nnen. Das aber hei√üt, da√ü nicht nur die Einzelheiten des Wissens an der vor-dersten Front der Forschung in den verschiedenen Fachgebieten vertextet, in der jeweiligen Sprache formuliert und dokumentiert werden, sondern auch, da√ü die Leerstellen vor der Wis-sensgrenze auffindbar gemacht werden m√ľssen.

Jaenecke:¬†Wie nun, wenn die Grenze unseres Erkenntnisverm√∂gens gerade darin besteht, solch eine Grenze nicht angeben zu k√∂nnen? Es gibt M√∂glichkeiten, im Zuge von theoriebildenden Ma√ünahmen L√ľcken zu erkennen: Inkonsistenzen, Widerspr√ľche, fehlende Teile und vor allem immer wieder fest in der Tradition verankerte Unsinne. Grunds√§tzlich ist es jedoch so, da√ü die G√ľltigkeitsgrenzen einer erfahrungswissenschaft- Theorie nicht mit den Mitteln dieser Theorie formuliert werden k√∂nnen und daher verborgen bleiben (G√ĖDELscher Unvollst√§ndigkeitssatz auf die Erfahrungswissenschaften bezogen).

Rahmstorf:¬†Zu einem positiven Klima f√ľr Innovationen geh√∂rt nat√ľrlich auch eine fundierte Sachkenntnis der jeweiligen Materie, zu der Entdeckungen und Erfindungen beigesteuert werden sollen. Diese Sachkenntnis ist eine Bildung in einem Spezialgebiet. Sie besteht nicht nur im Kennen von einzelnen Sachverhalten, sondern im Verstehen von Zusammenh√§ngen, Abh√§ngigkeiten und anderen Beziehungen zwischen den Gegenst√§nden des Fachgebietes.

Jaenecke:¬†Das eben ist eine Aufgabe, die die Theorien erf√ľllen.

Rahmstorf:¬†Wissensorganisation f√ľr Forscher und Entwicklungsabteilungen mu√ü daher das Orientierungswissen der Spezialisten unterst√ľtzen. Retrievalsysteme sollten Rechercheergebnisse nicht nur in Listenform ausspucken, sondern gefundene Information und gefundene Wissensl√ľcken in einer systematischen Ordnung pr√§sentieren.

Jaenecke:¬†Eine Theorie ist eine systematische Darstellung eines Sachgebietes, geleitet von fachinternen Gesichtspunkten. Sie ist strikt zu unterscheiden von einer systematischen Klassifikation, hervorgegangen aus fachexternen Vorstellungen. Es gibt hier abschreckende Beispiele. Systematiken k√∂nnen sehr hilfreich sein, insbesondere auf solchen Gebieten, die theoretisch schwach vertreten sind; aber sie k√∂nnen keine universelle G√ľltigkeit beanspruchen. Im √ľbrigen stellt sich auch bei ihnen das Rechtfertigungsproblem: wie verhindert man, da√ü Systematiken systematisch in die Irre f√ľhren oder hemmend normativ wirken?

Rahmstorf:¬†Etwas, was schon oft totgesagt wurde, die systematische Klassifikation der Bibliothekare sowie die Thesauren und andere inhaltliche Orientierungsmittel, kommen in methodisch weiterentwickelter Form wieder zu neuem Leben. Telekommunikation, Datenbanken, Webtechnologie und Computer sind heute Voraussetzungen des wissenschaftlichen und technischen Arbeitens. Entscheidend ist aber jetzt, da√ü diese Techniken durch Methoden und Programme der Wissensorganisation so erg√§nzt werden, da√ü die Effizienz des Arbeitens und damit auch die Kreativit√§t der Wissensgesellschaft weiter vorangebracht wird. Damit kommen wir zur Modestr√∂mung des Wissensmanagements zur√ľck. Auff√§llig ist, da√ü dieses Thema entweder aus der Sicht der Betriebsorgansisatoren oder aus der Sicht der Soft-warespezialisten bzw. der Wirtschaftsinformatiker behandelt wird. Mit dem Thema lassen sich hochkar√§tige Seminare f√ľr Manager f√ľllen. Eine Fachgesellschaft, die genau das Wissensthema zu ihrer Sache macht oder doch machen sollte, ist die ISKO. Eigentlich m√ľ√üten wir sehr gefragt sein. Vielleicht arbeiten wir zu bescheiden im Hintergrund.

Jaenecke:¬†Den wahren Grund hat ein ber√ľhmter Politiker einmal so formuliert: “Die Schwierigkeit ist das Problem”!

Rahmstorf:¬†Versuchen wir also die Br√ľcke zu schlagen von der Szientographie √ľber die praktische Wissensorganisation zur Mitentwicklung von Produkten und zur Beratung der Wirtschaft.

Jaenecke: Dem kann ich nur zustimmen; aber hinsichtlich der Realisierung bin ich sehr skeptisch geworden: Es ist ein enormer Arbeitsaufwand erforderlich, der wohl am Ende von niemanden honoriert wird.

Dennoch m√∂chte ich folgendes raten: Wer am eigenen Leibe die T√ľcken der Wissensorganisation erfahren m√∂chte, sollte sich ein Gebiet vornehmen und versuchen, 100 oder mehr Seiten Text auf 10 Seiten zu komprimieren, ohne inhaltlichen Verlust. Diese Arbeit ist wenig spektakul√§r, daf√ľr au√üerordentlich verdienstvoll und lehrreich. Manche philosophischen Probleme werden in ihrem Verlauf erheblich an Bedeutung verlieren. Das Ergebnis dagegen wird vielseitig verwendbar sein, z.B. wird es die computer- gerechte Aufbereitung des Stoffes erleichtern.

Peter Jaenecke , 08.03.1999
jaenecke@s-direktnet.de

Kommentar von Walther Umstätter

Ich beziehe mich damit auf die e-mail vom “9 Mar 1999″, die ich aus Gruenden der √úbersichtlichkeit hier nicht wiederhole.

Wir leben meines Erachtens nicht, wie alle behaupten, in der Wissensgesellschaft sonder in einer Wissenschaftsgesellschaft. Das mag terminologisch sehr pingelich klingen, hat aber entscheidende Implikationen. Unsere Gesellschaft besitzt nicht viel Wissen, gemessen an dem was sie noch brauchen wird, um zu ueberleben. Ausserdem verbirgt sich in diesem Wort “Wissensgesellschaft” die grosse Gefahr, dass unsere Rechtsprechung altes Wissen uebergebuehr schuetzt und damit so manche Innovation verhindert. In dieser Behinderung liegt ein grosser Teil der allgemeinen Unzufriedenheit ueber den heutigen Informationsmarkt. Die Parallele zum Beginn der Industrialisierung, in der schon einmal alter Besitz in Form von Grossgrundbesitz in die Schusslinie der Gesellschaft geriet, ist dabei kein Zufall. Wir stehen heute deshalb am Beginn der Wissenschaftsgesellschaft, weil die Menschen in ihr von der Wissenschaft leben und immer weniger von Produkten, die zunehmend von Robotern erzeugen werden.

Die Frage nach der Existenz sprachinvarianten Wissens scheint mir mehr ein Kommunikationsproblem im Sinne der Informationstheorie denn ein Wissensproblem zu sein. Abgesehen davon, dass wir in Begriffen und nicht in Worten (d.h. in Sprache) denken, soweit scheinen mir die Fortschritte in der kognitiven Psychologie und den Neurowissenschaften inzwischen eindeutig und klar zu sein, ist unsere Sprache ein aeusserst begrenztes Kommunikationsmittel. Dies gilt allerdings weniger fuer √úbersetzungsprobleme als vielmehr fuer die hohe terminologische Unschaerfe zwischen Sender und Empfaenger – man denke nur an Benennungen wie Information oder Wissen. Wissen kann aber in Sprache nur soweit abgebildet werden, als es ihre Terminologie und ihre Syntax zulaesst.

Warum Begriffe und Relationen als Wissenseinheiten ausscheiden, wenn “schon bei LEIBNIZ” das was Wissen ist mit den Worten beschrieben wird: “Vorstellungen/Begriffe, die in Beziehung zueinander gesetzt wurden (Jaenecke) kann ich nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Das bedeutet doch gerade, dass Wissenseinheiten nur durch die Beziehungen von Begriffen zueinander darstellbar sind.

Hier empfiehlt sich allerdings zur Vermeidung von Missverstaendnissen die Unterscheidung der Einheit von Wissen als Masseinheit in Bit von der Einheit von Wissen als Wissenselement. Beide koennen, auf unterschiedlichem Wege, zu groesseren Einheiten zusammengesetzt werden.

Die Ansicht, Wissen auf elementare Einheiten zurueckfuehren zu koennen scheint mir nicht nur auf unser logik-zentriertes abendlaendisches Denken zurueckfuehrbar zu sein, sondern auf die biologische Tatsache, dass wir immer nur begrenzte assoziative Informationsmengen durch unsere Sinne aufnehmen und durch unsern sog. ratiomorphen Apparat verarbeiten koennen. (Beispiel: Wer seine Finger einmal in ein Feuer gehalten hat kommt normalerweise rasch zu dem logischen Schluss dies nicht mehr zu wiederholen – er hat eine auf Erfahrung begruendete Information darueber wie schmerzhaft Feuer ist. Als Wissenschaftler kann er dies darueber hinaus bei Bedarf auch logisch begruenden.)

Die Frage nach den Grundeinheiten des Wissens ist eine Frage nach der Praezision des selben. Schon die Informationstheorie macht deutlich, dass die Grundelemente der Information arbitraer auf den gewuenschten Ebenen aufsetzen kann. Eine binaere Einheit kann bei ASCII-Zeichen zur Codierung von 256 Buchstaben fuehren oder die Entscheidung ueber Krieg und Frieden bedeuten. Dass man diese Dinge nicht beliebig zusammenwerfen darf ergibt sich damit zwangslaeufig.

Die Unterscheidung von Wissenstheorie, Wissenschaftstheorie und Szientographie ist im Rahmen einer solchen Diskussion sicher wesentlicher Bestandteil, wobei man zunaechst von den Worten selbst ausgehen sollte.

Wissenstheorie koennte zunaechst zwei Bedeutungen haben; eine Theorie die Wissen enthaelt bzw. eine Theorie ueber das Wissen. Da die erste Moeglichkeit tautologisch ist, kann sinnvollerweise nur die zweite Gegenstand der Betrachtung sein. In Ihr ist damit die zentrale Frage, was ist Wissen und was laesst sich theoretisch aus der Theorie ueber Wissen folgern.

Wenn wir Wissenschaft, wie wir es in unserer Gesellschaft fuer Wissenschaftsforschung getan haben, als methodisches Problemloesen definieren, dann beschaeftigt sich die Wissenschaftstheorie zwangslaeufig mit der Theorie ueber diese Aufgabe und allem was dazu gehoert. Damit kann der Aufzaehlung von Aufgaben in diesem Bereich nur zugestimmt werden: Sie befasst sich mit der Erkenntnis von Tatsachen, mit den Methoden des Erkennens und Schliessens, dem Aufbau von Theorien, den Methoden die Wahrheit sicherzustellen und mit situativen und gesellschaftlichen Faktoren, die Prozesse von Forschung und Wissenschaft bestimmen. (Mit anderen Worten, es gehoert zur Problemloesung auch das erkennen derselben, wobei Wissenschaft, wenn sie wirklich eine solche ist, methodisch vorgeht. Im Gegensatz dazu geht Forschung nicht immer methodisch vor, da sie auch nach Informationen sucht, von denen wir noch keine Kenntnis haben. Sie folgt nicht selten dem sog. random walk.)

Wenn es weiter heisst: Was Wissen ist, wird dabei nicht explizit gefragt, so ist das nur richtig, wenn wir diesen Gegenstand in der Wissensforschung bereits abgegrenzt haben. Andererseits waere es irrefuehrend, wenn man zu der Auffassung gelangen wuerde, dass man in der Wissenschaft nicht zu wissen braucht was Wissen ist – auch wenn hier bekanntlich grosse Irritationen beobachtbar sind. Die oben genannte methodische Problemloesung ist nur moeglich, wenn sie auf der Basis begruendete Information aufbaut.

Entsprechend der Szientometrie sollte auch Szientographie nicht als Beschreibung (bzw. Messung) der allgemeinen Eigenschaften von Wissen verstanden werden, sondern sich auf die Beschreibung der Wissenschaft und ihrer Arbeitsweise beziehen. Die Beschreibung von Wissen ist Gegenstand der Wissenschaft selbst. Ohne eine schriftlich dokumentierte Problemloesung ist Wissenschaft sinnlos.

Der Verweis auf SEIFFERT, “Einfuehrung in die Wissenschaftstheorie, Bde. 1-3, Beck, Muenchen 1991 (9./11. Auflage)”, nach dem “die Sache viel zu komplex, (ist) als dass sie sich unter einen einzigen Begriff, naemlich ‘Wissen’, bringen liesse.” erscheint mir abwegig. Fast alle Begriffe die wir kennen sind bei genauer Betrachtung aeusserst komplex und werden von uns trotzdem mit einer Benennung gekennzeichnet. Das gilt fuer Sein, Universum, Leben, Tod, Atom oder Wissen.

So wie Bauelemente erst durch die Architektur ihre volle Bedeutung bekommen, so gewinnt Wissen in Sprache erst durch die Syntax ihre Bedeutung und Begriffe in unserem Gehirn durch die Relationen in unserem Nervennetz.

Die Aussage: “Zum Wissen gehoert auch das Nicht-formalisierbare, das, was nur vage fassbar ist und das, was wir gar nicht zum Thema von Wissenschaft machen.” stellt die Dinge auf den Kopf. Um es deutlicher zu sagen: Nicht-Wissen kann unmoeglich zum Wissen gehoeren. Das verbietet unsere Logik. Ansonsten ist gerade das, was bis heute nur vage fassbar ist Hauptgegenstand der Wissenschaft um es je nachdem praeziser oder auch fassbarer zu machen. Dabei ist es eben die Kunst in der Wissenschaft, das bisher Nicht-formalisierbare zunaechst klassifizierbar, damit organisierbar und wenn moeglich auch skalierbar bzw. messbar zu machen.

Dass ich dem Satz: “Wir koennen Wissen bisher nicht quantifizieren.” vehement widersprechen muss, duerfte nach Nachrichten fuer Dokumentation 49 (4) S.221-224 (1998) verstaendlich sein.

Die Auffassungen, dass Wissen untrennbar mit menschlichem Handeln verbunden sei, zeigt lediglich, dass hinter einer solchen Aussage keine allgemein verbindliche Definition fuer Wissen steht, bzw. dass hier Wissen und menschliches Bewusstsein gleichgesetzt werden. Demnach duerfte es weder goettliches noch sog. kuenstliches Wissen geben. Das in Bibliotheken gespeicherte Wissen waere damit ebenfalls negiert.

Die Renaissance der Klassifikationen und Thesauri ist im eigentlichen Sinne kein Wiedergeburt sondern eine konsequente Fortentwicklung der Organisation von Information und Wissen in Bibliotheken und Dokumentationen. Aus den auf monohierarchie zielenden Klassifikationen des Bibliothekswesens (zur systematischen Aufstellung von Buechern) entwickelten sich zunaechst die weitaus feiner gegliederten Thesauri der Dokumentation, zur Erschliessung von nichtselbststaendigen Publikationen. Dies Publikationen enthielten Bereits weitaus begrenztere Wissenseinheiten als es die Buecher davor waren: Insbesondere in den Naturwissenschaften erkennt man eine starke Vereinheitlichung, die daraus bestanden, dass nach einer Einleitung mit kurzer Problemdarstellung, Material und Methode zur Problemloesung genannt wurden, dann die Ergebnisse erschienen, die in der Diskussion auch theoretisch begruendet und mit Ergebnissen anderer Autoren verglichen wurden. Die heutigen, die sogenannten semantischen Thesauri, die eigentlich semiotische Thesauri genannt werden muessten, gehen nun noch einen Schritt weiter, indem sie noch schaerfer umrissene Wissenselemente in Wissensbanken auch den Computern “verstaendlich” machen. Diese Wissenselemente koennen so knapp gehalten werden, weil sie in einer voellig neuen (intelligenten) Vernetzung untereinander in logische Relationen gebracht werden koennen.

In dieser neuen Aufgabe der Wissensorganisation, mit Hilfe semiotischer Thesauri, die untrennbar voneinander einen semantischen, einen syntaktischen und einen pragmatischen Aspekt haben, sehe ich die groesste Herausforderung fuer die ISKO.

Das Wissensmanagement nicht nur eine Modestroemung. Es war und ist die wichtigste Aufgabe des wissenschaftlichen Bibliothekars – nun allerdings mit neuen technologischen Moeglichkeiten. Wir sollten es allerdings terminologisch klar vom Wissenschaftsmanagement unterscheiden. Letzteres ist die logische Folge der von Kooperation gekennzeichneten Big Science. In ihr darf man die Bedeutung des Internet mit dem World Wide Web, auf der Basis von SGML, und ihre Rueckwirkung auf das Wissensmanagement nicht unterschaetzen.

Bevor wir allerdings “hochkaraetige Seminare fuer Manager” anbieten, muessen wir unser eigenes Wissen auf diesem Gebiet vertiefen, festigen und beherrschen. Solange hochkaraetige Wissenschaftler oeffentlich auftreten und wiederholt behaupten, sie wuessten nicht, was Information und was Wissen ist (mehrfach geschehen bei der Tagung der Naturwissenschaftler und √Ąrzte im letzten Jahr), solange habe ich aehnliche Zweifel wie Herr Jaenecke – allerdings aus anderen Gruenden.

Betriebsorgansisatoren, Soft-warespezialisten bzw. Wirtschaftsinformatiker haben inzwischen natuerlich auch die Weiterentwicklung aus dem Informationsmanagement zum Wissensmanagement durchlaufen.

Die ISKO waere eine sehr gefragte Vereinigung, wenn es ihr gelaenge, auf ihren Tagungen praktisch verwertbare wissenschaftliche Fortschritte auf dem Gebiet der Wissensorganisation vorzuweisen. Dies kann aus meiner Sicht nur auf der Basis einer fundierten Informationstheorie gelingen, weil das Problem dann nicht mehr so schwierig ist, wie Herr Jaenecke befuerchtet. Im Gegenteil, an einigen Stellen zeigen sich so verblueffend einfache Loesungen, dass man es nur schwer glauben kann.

Der traditionsreiche klassifikatorische Ansatz der ISKO gewinnt in den semiotischen Thesauri eine neue und fundamentale Bedeutung, die wir ernst nehmen, aber deswegen keinesfalls mit den dokumentarischen Thesauri von frueher verwechseln sollten.

Wissen ist aus der Sicht der Informationtheorie ein unglaublich leistungsfaehiges Instrument zur Kompression von Information, die es erlaubt, nicht nur 100 auf 10 Seiten zu verdichten, sondern um den Faktor tausend und mehr effektiver sein kann. Sie vermag dies allerdings nur in den Bereichen zu tun, in denen wir wirkliches Wissen erwerben koennen. Gerade darum loest das Wissensmangement auch das bisher so viel diskutierte Informationsmanagement ab.

Das wirkliche Problem, das wir heute haben ist, dass wir eine kritische Zahl (im Sinne der Kettenreaktion von Atomreaktoren) von Fachleuten brauchen, die in der Lage sind, die Konsequenzen der Informationstheorie fuer die der Wissenstheorie zu begreifen. Erst wenn diese Fachleute gemeinsam an einem in sich organischen Gedankengebaeude bauen, erst dann erleben wir die Sternstunde der Wissenstheorie, so wie vor etwa fuenfzig Jahren die Sternstunde der Informationstheorie Fachleute wie Shannon, Tuckey, von Neumann, Weaver oder Wiener hervorbrachte, die alle eigene Beitraege zu einem neuen Gedankengebaeude lieferten, das die Welt der letzen Jahrzehnte radikal veraendert hat.

MfG

Umstaetter, 10.03.1999
h0228kdm@rz.hu-berlin.de

Kommentar von Peter Jaenecke

Umst√§tter:¬†Wir leben meines Erachtens nicht, wie alle behaupten, in der Wissensgesellschaft sonder in einer Wissenschaftsgesellschaft. Das mag terminologisch sehr pingelich klingen, hat aber entscheidende Implikationen. Unsere Gesellschaft besitzt nicht viel Wissen, gemessen an dem was sie noch brauchen wird, um zu ueberleben. Ausserdem verbirgt sich in diesem Wort “Wissensgesellschaft” die grosse Gefahr, dass unsere Rechtsprechung altes Wissen uebergebuehr schuetzt und damit so manche Innovation verhindert. In dieser Behinderung liegt ein grosser Teil der allgemeinen Unzufriedenheit ueber den heutigen Informationsmarkt. Die Parallele zum Beginn der Industrialisierung, in der schon einmal alter Besitz in Form von Grossgrundbesitz in die Schusslinie der Gesellschaft geriet, ist dabei kein Zufall. Wir stehen heute deshalb am Beginn der Wissenschaftsgesellschaft, weil die Menschen in ihr von der Wissenschaft leben und immer weniger von Produkten, die zunehmend von Robotern erzeugen werden. Die Frage nach der Existenz sprachinvarianten Wissens scheint mir mehr ein Kommunikationsproblem im Sinne der Informationstheorie denn ein Wissensproblem zu sein. Abgesehen davon, dass wir in Begriffen und nicht in Worten (d.h. in Sprache) denken, soweit scheinen mir die Fortschritte in der kognitiven Psychologie und den Neurowissenschaften inzwischen eindeutig und klar zu sein.

Jaenecke:¬†Die kognitiven Wissenschaften haben lediglich gezeigt, da√ü sich r bei mir keine Rede; es heisst: … was Wissen ist, findet man schon bei LEIBNIZ, naemlich Begriffe, die zueinander in Beziehung gesetzt wurden, nicht jedoch die Begriffe selbst und die Relationen, die die Beziehung herstellen.

Umst√§tter:¬†”Vorstellungen/Begriffe, die in Beziehung zueinander gesetzt wurden (Jaenecke) kann ich nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Das bedeutet doch gerade, dass Wissenseinheiten nur durch die Beziehungen von Begriffen zueinander darstellbar sind.

Jaenecke:¬†Das bedeutet aber doch, dass Sie Ihre eigenen Aussagen desavouieren. In dem NFD-Artikel heisst es naemlich: [Wissen] “ist als begruendete Information zu verstehen, aus der wir Ereignisse vorhersagen koennen”. Nun halte ich dafuer, da√ü man Begriffe weder begruenden noch aus ihnen Vorhersagen ableiten kann, also, so schliesse ich, koennen es auch keine Wissenseinheiten sein. Was will man z.B. bei ‘schief’, ‘das Haus’, ‘ist’ begruenden, was daraus voraussagen? Aber richtig kombiniert, ergibt es die Aussage ‘ das Haus ist schief’; das ist begruend- bar, und es laesst sich vorhersagen, dass es deshalb irgendwann einmal zusammenfallen wird. Nun werden Sie sagen: genau das behaupte ich ja in meinem letzten Satz auch. Einverstanden! Aber das pa√üt nicht zum ersten Satz des Abschnittes. Bildlich gesprochen argumentieren Sie so: ich verstehe nicht, warum Ziegelsteine und Balken keine H√§user sein sollen, werden doch H√§user aus Ziegelsteinen und Balken gebaut.

Umstätter: Hier empfiehlt sich allerdings zur Vermeidung von Missverstaendnissen die Unterscheidung der Einheit von Wissen als Masseinheit in Bit von der Einheit von Wissen als Wissenselement. Beide koennen, auf unterschiedlichem Wege, zu groesseren Einheiten zusammengesetzt werden. Die Ansicht, Wissen auf elementare Einheiten zurueckfuehren zu koennen scheint mir nicht nur auf unser logik-zentriertes abendlaendisches Denken zurueckfuehrbar zu sein, sondern auf die biologische Tatsache, dass wir immer nur begrenzte assoziative Informationsmengen durch unsere Sinne aufnehmen und durch unsern sog. ratiomorphen Apparat verarbeiten koennen.

Jaenecke: Durch den Gebrauch von Sprache ist es moeglich, diese Beschraenkungen zu umgehen. Die Fixierung auf Begriffe und Wörter, die Zergliederung in Einzelteile bei gleichzeitiger Missachtung des Ganzheitlichen ist ein typisch abendlaendisches Phaenomen.

Umstätter: (Beispiel: Wer seine Finger einmal in ein Feuer gehalten hat kommt normalerweise rasch zu dem logischen Schluss dies nicht mehr zu wiederholen Рer hat eine auf Erfahrung begruendete Information darueber wie schmerzhaft Feuer ist. Als Wissenschaftler kann er dies darueber hinaus bei Bedarf auch logisch begruenden.) Die Frage nach den Grundeinheiten des Wissens ist eine Frage nach der Praezision des selben.

Jaenecke: Von Grundeinheiten zu reden ist nur in solchen Faellen erlaubt, wo das Ganze gleich der Summe der Teile ist; ist hingegen das Ganze mehr als die Summe der Teile, wie ich das am Architekturbeispiel zu erläutern versucht habe, dann bleibt unklar, was Einheit von wem ist.

Umstätter: Schon die Informationstheorie macht deutlich, dass die Grundelemente der Information arbitraer auf den gewuenschten Ebenen aufsetzen kann. Eine binaere Einheit kann bei ASCII-Zeichen zur Codierung von 256 Buchstaben fuehren oder die Entscheidung ueber Krieg und Frieden bedeuten. Dass man diese Dinge nicht beliebig zusammenwerfen darf ergibt sich damit zwangslaeufig. Die Unterscheidung von Wissenstheorie, Wissenschaftstheorie und Szientographie ist im Rahmen einer solchen Diskussion sicher wesentlicher Bestandteil, wobei man zunaechst von den Worten selbst ausgehen sollte. Wissenstheorie koennte zunaechst zwei Bedeutungen haben; eine Theorie die Wissen enthaelt bzw. eine Theorie ueber das Wissen. Da die erste Moeglichkeit tautologisch ist, kann sinnvollerweise nur die zweite Gegenstand der Betrachtung sein. In Ihr ist damit die zentrale Frage, was ist Wissen und was laesst sich theoretisch aus der Theorie ueber Wissen folgern.

Jaenecke: Ich neige immer mehr zu der Ansicht, daß die hier diskutierte Thematik in den Bereich der Wissensdarstellung gehoert.

Umst√§tter:¬†Wenn wir Wissenschaft, wie wir es in unserer Gesellschaft fuer Wissenschaftsforschung getan haben, als methodisches Problemloesen definieren, dann beschaeftigt sich die Wissenschaftstheorie zwangslaeufig mit der Theorie ueber diese Aufgabe und allem was dazu gehoert. Damit kann der Aufzaehlung von Aufgaben in diesem Bereich nur zugestimmt werden: Sie befasst sich mit der Erkenntnis von Tatsachen, mit den Methoden des Erkennens und Schliessens, dem Aufbau von Theorien, den Methoden die Wahrheit sicherzustellen und mit situativen und gesellschaftlichen Faktoren, die Prozesse von Forschung und Wissenschaft bestimmen. (Mit anderen Worten, es gehoert zur Problemloesung auch das erkennen derselben, wobei Wissenschaft, wenn sie wirklich eine solche ist, methodisch vorgeht. Im Gegensatz dazu geht Forschung nicht immer methodisch vor, da sie auch nach Informationen sucht, von denen wir noch keine Kenntnis haben. Sie folgt nicht selten dem sog. random walk.) Wenn es weiter heisst: Was Wissen ist, wird dabei nicht explizit gefragt, so ist das nur richtig, wenn wir diesen Gegenstand in der Wissensforschung bereits abgegrenzt haben. Andererseits waere es irrefuehrend, wenn man zu der Auffassung gelangen wuerde, dass man in der Wissenschaft nicht zu wissen braucht was Wissen ist …

Jaenecke: Das braucht man in der Tat nicht, da man sich auf den Wahrheitsbegriff stuetzt.

Umst√§tter:¬†… auch wenn hier bekanntlich grosse Irritationen beobachtbar sind. Die oben genannte methodische Problemloesung ist nur moeglich, wenn sie auf der Basis begruendete Information aufbaut. Entsprechend der Szientometrie sollte auch Szientographie nicht als Beschreibung (bzw. Messung) der allgemeinen Eigenschaften von Wissen verstanden werden, sondern sich auf die Beschreibung der Wissenschaft und ihrer Arbeitsweise beziehen. Die Beschreibung von Wissen ist Gegenstand der Wissenschaft selbst. Ohne eine schriftlich dokumentierte Problemloesung ist Wissenschaft sinnlos. Der Verweis auf SEIFFERT, “Einfuehrung in die Wissenschaftstheorie, Bde. 1-3, Beck, Muenchen 1991 (9./11. Auflage)”, nach dem “die Sache viel zu komplex, (ist) als dass sie sich unter einen einzigen Begriff, naemlich ‘Wissen’, bringen liesse.” erscheint mir abwegig. Fast alle Begriffe die wir kennen sind bei genauer Betrachtung aeusserst komplex und werden von uns trotzdem mit einer Benennung gekennzeichnet. Das gilt fuer Sein, Universum, Leben, Tod, Atom oder Wissen.

Jaenecke: Dieser Einwand geht an meiner Aussage vorbei: ich habe nicht von komplexen Begriffen gesprochen, sondern von einer komplexen Sachlage, die nicht unter einen einzigen Begriff zu bringen ist.

Umstätter: So wie Bauelemente erst durch die Architektur ihre volle Bedeutung bekommen, so gewinnt Wissen in Sprache erst durch die Syntax ihre Bedeutung und Begriffe in unserem Gehirn durch die Relationen in unserem Nervennetz.

Jaenecke: ?

Umst√§tter:¬†Die Aussage: “Zum Wissen gehoert auch das Nicht-formalisierbare, das, was nur vage fassbar ist und das, was wir gar nicht zum Thema von Wissenschaft machen.” stellt die Dinge auf den Kopf. Um es deutlicher zu sagen: Nicht-Wissen kann unmoeglich zum Wissen gehoeren. Das verbietet unsere Logik.

Jaenecke:¬†Das ist ein weiterer Beleg f√ľr unser logik-zentriertes abendlaendisches Denken.
Mein Einwand betraf nicht das vage Wissen an sich, sondern nur die Gleich- setzung mit ‘nicht-formalisiert’, denn hier liegt die Gefahr des Umkehrschlusses, dass alles Formalisierte bzw. in Formeln dargestellte exakt sei. Ferner foerdert sie irrtuemliche Vorstellung, nur was formalisiert ist, sei auch exakt; Formalisierung (was immer das auch ist) sei in jedem Fall anzustreben. Diese Ansicht scheint mir Grundlage des folgenden Abschnittes zu sein.

Umstätter: Ansonsten ist gerade das, was bis heute nur vage fassbar ist Hauptgegenstand der Wissenschaft um es je nachdem praeziser oder auch fassbarer zu machen. Dabei ist es eben die Kunst in der Wissenschaft, das bisher Nicht-formalisierbare zunaechst klassifizierbar, damit organisierbar und wenn moeglich auch skalierbar bzw. messbar zu machen.
Jaenecke: ‘Vage’ ist negativ besetzt; ich moechte daher vorschlagen, stattdessen von ‘unvollstaendig’ zu sprechen. Vereinfacht koennte man dann sagen: Formalisierung kommt nur infrage, wenn das Wissen ueber ein spezielles Sachgebiet vollstaendig ist. Das wird selten genug der Fall sein, und deswegen darf man unvollst√§ndiges Wissen methodisch nicht vernachlaessigen; so hatte ich Herrn Rahmstorf verstanden, und das ist auch meine Meinung. ‘Unvollstaendig’ mu√ü weder Vagheit noch Nicht-wissen bedeuten: der bekannte Teil kann vielmehr ganz klare Aussagen enthalten, es fehlt eben nur etwas. Dies ist die normale Situation in den Wissenschaften.
Was die Uebertragung von Nachrichten betrifft, so ist das, was beim Empfaenger eintrifft, immer in irgendeiner Weise unvollstaendig, d.h. der Empfaenger muss stets etwas von seinem Wissen hinzutun, will er die Nachricht verstehen, und sei es auch nur das zum Dekodieren notwendige Wissen. Der Empfang einer Nachricht ist daher stets mit einem Interpretationsvorgang verbunden. Wie umfangreich der Beitrag des Empfaengers sein muß und wie erfolgreich die Interpretation verläuft, darueber gibt es allerdings große Unterschiede.

Umst√§tter:¬†Dass ich dem Satz: “Wir koennen Wissen bisher nicht quantifizieren.” vehement widersprechen muss, duerfte nach Nachrichten fuer Dokumentation 49 (4) S.221-224 (1998) verstaendlich sein. Die Auffassungen, dass Wissen untrennbar mit menschlichem Handeln verbunden sei, zeigt lediglich, dass hinter einer solchen Aussage keine allgemein verbindliche Definition fuer Wissen steht, bzw. dass hier Wissen und menschliches Bewusstsein gleichgesetzt werden.

Jaenecke: Aber nein! Was soll hier das Bewusstsein! Und wer ist schon im Besitze einer verbindlichen Definition von Wissen? So dumm ist im uebrigen die obige Auffassung gar nicht: Ihre Vertreter halten dafuer, dass Wissen den Menschen nicht zufliegt, sondern erst durch menschliches Handeln erworben werden muss. Nimmt man noch hinzu, dass Wissen erst zum Wissen wird, wenn es sprachlich fixiert wurde, so kommt noch ein weiterer Bereich menschlichen Handelns hinzu: man muss sich ueber die Sprache verstaendigen; auch Interpretieren wird als Handeln verstanden.

Umst√§tter:¬†Demnach duerfte es weder goettliches noch sog. kuenstliches Wissen geben. Das in Bibliotheken gespeicherte Wissen waere damit ebenfalls negiert. Die Renaissance der Klassifikationen und Thesauri ist im eigentlichen Sinne kein Wiedergeburt sondern eine konsequente Fortentwicklung der Organisation von Information und Wissen in Bibliotheken und Dokumentationen. Aus den auf monohierarchie zielenden Klassifikationen des Bibliothekswesens (zur systematischen Aufstellung von Buechern) entwickelten sich zunaechst die weitaus feiner gegliederten Thesauri der Dokumentation, zur Erschliessung von nichtselbststaendigen Publikationen. Dies Publikationen enthielten Bereits weitaus begrenztere Wissenseinheiten als es die Buecher davor waren: Insbesondere in den Naturwissenschaften erkennt man eine starke Vereinheitlichung, die daraus bestanden, dass nach einer Einleitung mit kurzer Problemdarstellung, Material und Methode zur Problemloesung genannt wurden, dann die Ergebnisse erschienen, die in der Diskussion auch theoretisch begruendet und mit Ergebnissen anderer Autoren verglichen wurden. Die heutigen, die sogenannten semantischen Thesauri, die eigentlich semiotische Thesauri genannt werden muessten, gehen nun noch einen Schritt weiter, indem sie noch schaerfer umrissene Wissenselemente in Wissensbanken auch den Computern “verstaendlich” machen. Diese Wissenselemente koennen so knapp gehalten werden, weil sie in einer voellig neuen (intelligenten) Vernetzung untereinander in logische Relationen gebracht werden koennen. In dieser neuen Aufgabe der Wissensorganisation, mit Hilfe semiotischer Thesauri, die untrennbar voneinander einen semantischen, einen syntaktischen und einen pragmatischen Aspekt haben, sehe ich die groesste Herausforderung fuer die ISKO. Das Wissensmanagement nicht nur eine Modestroemung. Es war und ist die wichtigste Aufgabe des wissenschaftlichen Bibliothekars – nun allerdings mit neuen technologischen Moeglichkeiten. Wir sollten es allerdings terminologisch klar vom Wissenschaftsmanagement unterscheiden. Letzteres ist die logische Folge der von Kooperation gekennzeichneten Big Science. In ihr darf man die Bedeutung des Internet mit dem World Wide Web, auf der Basis von SGML, und ihre Rueckwirkung auf das Wissensmanagement nicht unterschaetzen. Bevor wir allerdings “hochkaraetige Seminare fuer Manager” anbieten, muessen wir unser eigenes Wissen auf diesem Gebiet vertiefen, festigen und beherrschen. Solange hochkaraetige Wissenschaftler oeffentlich auftreten und wiederholt behaupten, sie wuessten nicht, was Information und was Wissen ist (mehrfach geschehen bei der Tagung der Naturwissenschaftler und √Ąrzte im letzten Jahr), solange habe ich aehnliche Zweifel wie Herr Jaenecke – allerdings aus anderen Gruenden. Betriebsorgansisatoren, Soft-warespezialisten bzw. Wirtschaftsinformatiker haben inzwischen natuerlich auch die Weiterentwicklung aus dem Informationsmanagement zum Wissensmanagement durchlaufen. Die ISKO waere eine sehr gefragte Vereinigung, wenn es ihr gelaenge, auf ihren Tagungen praktisch verwertbare wissenschaftliche Fortschritte auf dem Gebiet der Wissensorganisation vorzuweisen. Dies kann aus meiner Sicht nur auf der Basis einer fundierten Informationstheorie gelingen, weil das Problem dann nicht mehr so schwierig ist, wie Herr Jaenecke befuerchtet. Im Gegenteil, an einigen Stellen zeigen sich so verblueffend einfache Loesungen, dass man es nur schwer glauben kann.

Jaenecke: s. unten.

Umstätter: Der traditionsreiche klassifikatorische Ansatz der ISKO gewinnt in den semiotischen Thesauri eine neue und fundamentale Bedeutung, die wir ernst nehmen, aber deswegen keinesfalls mit den dokumentarischen Thesauri von frueher verwechseln sollten. Wissen ist aus der Sicht der Informationtheorie ein unglaublich leistungsfaehiges Instrument zur Kompression von Information, die es erlaubt, nicht nur 100 auf 10 Seiten zu verdichten, sondern um den Faktor tausend und mehr effektiver sein kann.

Jaenecke: Wir reden hier offenbar von verschiedenen Dingen. Mir ging es um die ersten Schritte zu einer Theoriebildung. Angenommen 10 Autoren haetten ueber das gleiche Thema 10 Seiten verfasst. Dann verstehe ich unter Verdichtung, dass sich ein elfter Autor hinsetzt und die insgesamt 100 Seiten seiner Vorgaenger auf 10 Seiten ohne Informationsverlust zusammenfasst, d.h. ein Leser braucht dann nur noch diese 10 Seiten lesen. Das waere ein Fortschritt, und fuer diese Aufgabe gibt es leider! keine verblueffend einfachen Loesungen. Wie schon in meinen Anmerkungen zu Ihrem NFD-Artikel zum Ausdruck gebracht, habe ich den Zusammenhang zwischen Wissen und Kompression nicht verstanden.

Peter Jaenecke, 15 Mar 1999
pjaenecke@s-direktnet.de